Jan Sharkey Thomas, Ganges, Britisch Kolumbien, Kanada, Juni 1990
 

"Als ich das erste Mal eine Zeichnung von Fritz Hug sah, wusste ich, dass ich etwas Besonderes vor Augen hatte. Es war ein Löwe, und es waren alle Löwen und das ganze Wesen dieses einen Löwen. Es war der Löwe eines Löwen.

Jeder Künstler, der Lebendiges malt, hat vielleicht das eine oder andere Mal eine göttliche Hand an der Arbeit gespürt. Eine Skizze, die sich irgendwie selber zu malen scheint und wie durch Zauberei mehr Wahrheit aufnimmt, als der Künstler bewusst sehen kann. Ich denke am ehesten geschieht dies, wenn wir in grosser Eile sind, bevor das Motiv sich bewegt oder ganz verschwindet. Es bleibt nicht genug Zeit, den Verstand zu nutzen; die Hand führt einfach aus, während das Auge ausharrt. Ist der Moment vorüber - siehe da - formen die Linien und Kleckse etwas, von dem wir nicht sicher wissen, wie es zustande kam.

Für mich enthält die Arbeit von Fritz Hug diese Zauberkraft. Ob es ein Löwe ist oder eine Heuschrecke, Maus, Krähe oder Orang Utan, das Werk hat die seltsame Eigenschaft von etwas, das ihm geschehen ist, eher als dass er es geschaffen hat. Um dies immer wieder zu erreichen, muss er - so denke ich - die Dinge anders erfahren haben als wir anderen, die uns für unsere Bilder abmühen und wie Menschen denken. Ich glaube nicht, dass Hug ein Tier empfand, so wie ein Mensch ein anderes Wesen beobachtet. Ich denke, dass er vielleicht für kurze Zeit auf fast unheimliche Art eines von ihnen geworden ist. Wie immer es geschehen sein mag, wenn ich ein Werk von Fritz Hug betrachte, fühle ich nicht, dass der Künstler auf meiner Seite der Leinwand ein Bild gestaltet hat, mein Auge zu führen. Hug stand nicht draussen und schaute hinein; er war drinnen und schaute hinaus".

(Jan Sharkey Thomas ist eine bekannte kanadische Tiermalerin.)

(aus dem Buch "Fritz Hug Animal Paintings")
 
 
 
 

Jan Sharkey Thomas, Ganges, British Columbia, Canada, June 1990
 

"The first time I saw a drawing by Fritz Hug I knew I was looking at something extraordinary. It was a lion, and it was at once all lions and the very essence of that particular lion. It was a lion's lion.

Probably every artist who works from life has felt at one time or another the sense of some divine hand at work. A sketch that somehow seems to draw itself and magically pick up more truth than the artist is conscious of seeing. I think it is most likely to happen when we are in great haste before the subject changes its position or vanishes entirely. There isn’t time to consult the intellect; the hand simply performs while the eye holds on. When the moment is gone, lo and behold the lines and smudges have formed something that we are not entirely sure we knew how to do.

For me everything that Hug produced has that magic. Whether it’s a lion or a grasshopper, a mouse, a crow or an orang-utan, the work has the peculiar quality of being something that happened to him rather than something that he contrived to make. In order to manage this all the time, I think he must have experienced a subject in a way unlike the rest of us who are labouring over the making of pictures and thinking like people. I don’t believe that Hug perceived an animal the way a man observes a separate species different from himself. I think that perhaps for the time, in some uncanny way he became one of them. However it happened, when I look at the work of Fritz Hug, I do not feel that the artist was on my side of the canvas deliberately designing an image, manipulating my eye. Hug was never on the outside looking in; he was on the inside looking out."

(Jan Sharkey Thomas is a widely acclaimed Canadian wildlife artist.)


 
(from the book "Fritz Hug Animal Paintings")